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Fünf Scania Citywide Hybrid für die RVE Erzgebirge

© Werkfoto Scania / Frank Hausmann

Scania, renommierter Nutzfahrzeug-Hersteller aus Schweden und Tochter des VW-Konzerns, konnte kürzlich seine ersten Hybridbusse nach Deutschland ausliefern. Die fünf Wagen vom Typ „Scania Citywide 12 LE Hybrid“ gingen an die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) in Annaberg-Buchholz. Sie sind auf Linien im gesamten Erzgebirgskreis unterwegs.

Die neuen Scania haben einen parallelen Hybridantrieb, und das bedeutet, dass sie sowohl einen Diesel- als auch einen Elektromotor haben. So ausgestattet können sie zeitweise auch ausschließlich mit ihrem Elektroantrieb unterwegs sein.

Zum Hybridantrieb

Luc Moulin, „Direktor Verkauf Busse“ von Scania Deutschland / Österreich: „Es muss nicht immer ein voll-elektrischer Bus sein. Auch ein Bus mit Hybridtechnik spart beim Kraftstoffverbrauch und hilft so, die Umweltbilanz seines Verkehrsbetriebs zu verbessern.“ Gerade für den Überland-Linienverkehr sei der Hybridbus eine zukunftsweisende Alternative, denn er spare in großem Stil Kraftstoff. Der höhere Anschaffungspreis des Hybridbusses werde mehr als nur ausgeglichen durch den Minderverbrauch von mehr als 20 % und entsprechend niedrigere Kosten für Dieselöl. Sören Wünsche, Leiter Technik bei der Regionalverkehr Erzgebirge, bestätigt: „Tests eines Scania Citywide Hybrid in unserem Liniennetz haben ergeben, dass der Wagen gegenüber einem Dieselbus mehr als 20 % weniger Dieselkraftstoff verbrauchte.“

Moulin ergänzt, die RVE aus Annaberg-Buchholz eigne sich sehr gut als Betrieb, bei dem die ersten Scania-Hybridbusse in Deutschland eingesetzt werden. Denn mit ihrer eigenen Werkstatt sei sie ohnehin ein wichtiger Service-Partner für Scania. Ein Aspekt, der bei der Entscheidung für die Scania-Hybridbusse natürlich nicht unwesentlich war.

RVE-Geschäftsführer Roland Richter ergänzt: „Mit den neuen Scania Hybridbussen hält die Elektro-Mobilität jetzt auch bei der RVE Einzug.“ Die RVE verjünge mit diesen Wagen nicht nur ihre Flotte. „Durch ihren geringeren Kraftstoffverbrauch verbessern sie ganz wesentlich unseren ökologischen Fußabdruck.“

Das Land Sachsen förderte die Anschaffung der neuen Hybridbusse mit einem Zuschuss in Höhe von 70 %  zu den Mehrkosten für die Hybridtechnik.

Alle 5 Neuwagen im Depot | © Werkfoto Scania / Frank Hausmann

Einsatz auf den Plus-Bus-Linien

Der Einsatz der neuen Scania Hybridbusse ist vor allem auf den kilometer-intensiven „Plus-Bus-Linien“ vorgesehen. Das ist ein erst relativ kürzlich in Sachsen eingeführtes neues Angebot von Buslinien mit kurzen Taktzeiten. Die RVE rechnet damit, dass die neuen Scania im Jahr zwischen 40.000 und 80.000 Kilometern laufen werden. „Wenn wir auf 100 Kilometer 6 bis 8 Liter Diesel sparen, dann haben sich die Mehrkosten für die Anschaffung der Hybridbusse schon nach viereinhalb bis fünf Jahren amortisiert. Von da an sind die Wagen für uns sogar billiger.“

Die fünf neuen „Scania Citywide 12 LE Hybrid“ der RVE sind mit der „Scania Telematik“ ausgestattet. So teilt die Blackbox im Fahrzeug, der „Scania Communicator“, dem Betrieb dank ihrer Software jederzeit die aktuellen Daten in Echtzeit mit. Hier kann man also ständig sehen, wie hoch zum Beispiel gerade der Verbrauch an Dieselöl ist. Wenn die Erwartungen in dieser Hinsicht sich bestätigen, erwägt die RVE, noch in diesem Jahr 2020 weitere Hybridbusse in Dienst zu stellen. Zudem läuft aktuell eine Ausschreibung über 20 Niederflurbusse.

46 % mehr Scania-Busse mit alternativen Antrieben

Zeitgleich mit der Vorstellung der Hybridbusse für das Erzgebirge teilt die Marke mit dem Greif  übrigens mit, dass sich der Absatz von Scania-Bussen mit alternativem Antrieb im Jahr 2019 um 46 % gesteigert hat.

Am Busbahnhof | © Werkfoto Scania / Frank Hausmann

05.04.2020

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