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Guatemala City – 20 BRT-Gelenkbusse von Marcopolo für TransMetro

Marcopolo liefert 20 Bus Rapid Transit Busse an TransMetro nach Guatemala City I © Werkfoto Marcopolo

Der brasilianische  Busbauer Marcopolo meldet, einen größeren Exportauftrag aus Guatemala City, der Hauptstadt des mittel-amerikanischen Staats Guatemala, erhalten zu haben. Schon im September werde man 20 Wagen seines BRT-Typs „Viale Articulado BRT“ an TransMetro, den Verkehrsbetrieb von Guatemala-City, ausliefern.

Die Gelenkwagen sind 20 Meter lang und können 180 Fahrgäste befördern. Sie basieren auf dem Volvo-Fahrgestell B 340 M, wobei das “M“ für einen Unterflur-Mittelmotor im Vorderwagen steht. Das Triebwerk von Volvo entspricht in den Wagen für Guatemala der Schadstoffnorm Euro 5. Aus europäischer Sicht nicht auf dem neuesten Stand der Technik, für ein Entwicklungsland wie Guatemala ein enormer Fortschritt.

Gedacht sind die neuen Volvo/Marcopolo für den Einsatz auf den BRT-Strecken der Stadt (BRT = Bus Rapid Transit), einer „Bus-Schnellbahn“ auf eigenen Fahrwegen. Sie haben – bedingt durch den Unterflur-Mittelmotor – einen hohen Wagenboden, schließlich bringt der Motor ja auch seine speziellen Einbaumaße mit. Das ist aber kein Problem, denn man steigt auch von „Hochbahnsteigen“ aus in den Bus ein. Die Gelenkbusse haben auf der rechten Wagenseite vier Türen, und auf der linken deren drei – denn es gibt im BRT-Netz auch Mittel-Bahnsteige.

Heckansicht eines des Busses mit Linkstüren I © Werkfoto Marcopolo

An zwei Türen gibt es Rampen, die den Einstieg mit Rollstühlen erleichtern. Und dem entspricht, dass es im Wageninneren auch zwei spezielle Abstellplätze für Rollstühle gibt. Zwölf der Sitzplätze im Bus sind speziell für Fahrgäste mit Mobilitäts-Einschränkung vorgesehen.

In der Front des Busses gibt es gleich zwei Fahrtzielanzeigen – eine große wie gewohnt über der Frontscheibe, eine kleinere etwa in Augenhöhe der wartenden Fahrgäste hinter der Frontscheibe. Dazu kommen je eine seitliche Zielanzeige sowie eine im Heck. Außerdem gibt es zwei entsprechende Anzeigen im Innenraum des Busses.

Für europäische Verhältnisse bei Linienbussen bislang völlig unüblich: die Wagen bieten nicht nur WLAN, sondern auch ein Audio-System mit der Möglichkeit, DVD’s abzuspielen. Kameras zeichnen nicht nur auf, sondern bieten auch die Möglichkeit, das, was sie aufgenommen haben, auch wieder abzuspielen. Zudem gibt es zwei LCD-Monitore. Dass die Gelenk-BRT-Busse Klimaanlagen haben, versteht sich in  einem Land mit einem Klima, wie Guatemala es hat, eher von selber …

Seit 2012 sind alle Stadtbusse für Guatemala-City ausschließlich von Marcopolo geliefert worden – das macht bis heute unterdessen 180 Wagen.

Ein ausführliches Video über den Produktionsprozess der Busse für Guatemala City gibt es hier:

Zum Verkehrsunternehmen TransMetro

TransMetro wurde im Februar 2007 gegründet. Das Unternehmen betreibt sieben Linien, zwei BRT- und fünf „normale“ Buslinien. Dafür stehen 350 Busse zur Verfügung – will sagen, rund der halbe zurzeit eingesetzte Wagenpark ist noch vor 2012 beschafft worden und stammt auch noch nicht von Marcopolo. Jeden Tag befördert TransMetro 415.000 Passagiere.

BRT-Systeme in Lateinamerika

Selbstbewusst weist Marcopolo darauf hin, dass es nicht nur in Guatemala-City ein BRT-System gibt.

Der brasilianische Busbauer nennt außerdem (ohne Brasilien und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • TransMilenio, Bogotá
  • MIO, Cali
  • Metrovia, Guayaquil
  • Metropolitano, Lima
  • Ecovia  und Metrobús, beide Quito
  • Red Movilidad, Santiago (Chile)
  • Metrobus, Mexico City
29.07.2020

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